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Segeltour Mallorca: ein persönlicher Reisebericht

Den Sommer werde ich nicht so schnell vergessen. Ich erlebte den Urlaub meines Lebens und lernte eine Insel kennen, die ich bis dato eher mit Ballermann und Bierkönig in Verbindung brachte.

Doch zwei Anrufe änderten diese Meinung und führten mich auf und vor die Insel Mallorca. Dieser Reisebericht soll von diesem unvergesslichen Urlaub berichten.

Das Abenteuer beginnt

Juni in Siegen, wo ich damals studiert habe, neigt sich das Sommersemester dem Ende entgegen.

Johannes auf Segeltour Mallorca

Autor Johannes auf Segeltour Mallorca

So sitze ich an diesem nasskalten Junitag in der Mensa meiner Uni als ich plötzlich einen Anruf von meinem Onkel bekomme.

Er erzählt mir, dass er leider nicht an der Segeltour mit meinen Eltern teilnehmen kann und fragt mich, ob ich stattdessen mit meinen Eltern die Segeltour machen möchte.

Ich denke kurz nach und sage dann spontan zu. Sekunden später fällt mir ein, dass ich noch nie auf einem Segelboot war und davon auch keine Ahnung habe. Meine Gedanken werden vom nächsten Anruf unterbrochen.

Mein Vater ist am Telefon und in etwa 20 Minuten erzählt er mir alles über den Segelurlaub auf Mallorca. Ich bin völlig überrumpelt, als mein Vater am Ende auflegt.

Gemerkt habe ich mir eigentlich nur drei Dinge: Es geht in vier Wochen los. Der Segeltörn dauert 20 Tage. Und das Beste: Ich zahle nichts. Nichts!

Auf geht’s nach Mallorca

Am heiß ersehnten Morgen der Abreise fuhren meine Eltern und ich vom Hotel in Berlin zum Flughafen Tegel und stiegen um exakt 10:45 Uhr in die Maschine nach Palma de Mallorca. Gestern noch Berlin, heute schon Mallorca. Ich fühlte mich wie ein Jetset-Boy.

Yachthafen auf Mallorca

Yachthafen auf Mallorca

Nach der Landung ging es mit schnellen Schritten (okay, es war mehr ein panisches Rennen) zum Autovermieter SIXT. Es ging raus aus der Hauptstadt in Richtung Pollenca. Dort lag nämlich die Segelyacht, die meine Eltern schon Anfang des Jahres bei Scansail gemietet hatten.

Wir parkten unser Mietauto vor der Einfahrt der Marina und blickten auf ein Meer von Segelschiffen. Kleine, Große und verdammt sehr große. Nach etwas Suchen fanden wir schließlich die Segelyacht, die meine Eltern gemietet hatten.

Mit dem Hafenmeister und einen Mitarbeiter von Scansail wurden noch fix die Formalitäten ausgetauscht und schon stand ich an Board der Julia.

Leinen los!

Mein erster Eindruck von der Yacht? Erstaunlich geräumig und sehr gemütlich. Wir hatten eine Segelyacht mit zwei Kabinen und einem WC sowie eine kleine Küche mit Herd. Für drei Personen ist das völlig ausreichend.

Mein Vater war sofort in seinem Element und übernahm das Kommando. Als Besitzer eines Bootsführerscheins war er aber auch der einzige an Board, der etwas von Segeln verstand.

Die Küste Mallorcas erkunden

Traumhafte Bucht auf Mallorca

Traumhafte Bucht auf Mallorca

Die erste Nacht im Segelboot war angenehm ruhig. Das leichte Schaukeln der Yacht war sehr entspannend und ich muss gestehen: Es gibt nichts Schöneres als morgens nach dem Aufstehen auf dem Boot zu stehen und die frische Meeresluft einzuatmen.

Nach dem Frühstück begann die Besprechung des Segeltörns. Meine Eltern hatten schon vor Wochen im heimischen Wohnzimmer die Route genauestens geplant.

Kurze Zeit später liefen wir aus und setzten Kurs Richtung Alcudia. Den Tag segelten wir aufs offene Meer hinaus und lichteten dort – wo man es durfte – den Anker. Und eins muss ich gestehen: Es ist unfassbar toll, wenn man im Mittelmeer schwimmt und man um einen herum nur das Meer sieht. Ich war noch nie so fasziniert wie in diesem Urlaub.

Von Alcudia über Cala Ratjada nach Cala Millor

Abends machten wir dann in Alcudia fest. Der Ort selbst ist jetzt nicht so der Hit, aber der Strand entlang der Hotelmeile ist sehr sauber und der Blick aufs offene Meer gerade bei Sonnenuntergang einfach schön.

Bucht von Cala Ratjada

Bucht von Cala Ratjada

Am nächsten Morgen ging es von Alcudia weiter nach Cala Ratjada – bekannt als die kleine Schwester des Ballermanns. In der Bucht wollten wir eigentlich anlegen, aber leider waren an diesem Tag alle Plätze belegt.

Spontan segelten wir weiter und lichteten wenig später in der Bucht von Font de Sa Calla erneut den Anker und sprangen ins kühle Mittelmeer.

Abends liefen wir in den Hafen von Cala Millor ein und aßen im Modu zu Abend. Zum ersten Mal in meinem Leben probierte ich eine Paella und war – bis auf die Größe der Portion – echt begeistert.

Danach holte meine Mutter die nächste Flasche Wein aus dem Kühlschrank heraus und wir ließen am Deck unserer Julia den Tag noch einmal Revue passieren.

Porto Colom, Palma und Port de Soller

In den nächsten Tagen machten wir in Portocolom fest, dessen Hafenbucht und Häuser am Meer einfach traumhaft schön sind!

Palma de Mallorca bei Nacht

Palma de Mallorca bei Nacht

Danach folgte eine etwas längere Segelroute nach Sa Rapita. Nach weiteren drei Tagen machten wir Halt im Hafen von Palma, der Hauptstadt von Mallorca.

Mein Vater kam ins Schwitzen, als wir in den Hafen einfuhren, denn hier herrschte Chaos pur! Es ging zu wie in einem Bienenstock.

Mein absoluter Lieblingsspot ist und bleibt Port de Sóller. Dieser kleine Ort hatte es mir angetan. Uns wurde ein Liegeplatz am Eingang der Marina zugeteilt und abends aßen wir im Ses Oliveres zu Abend.

Dorf auf dem Weg nach Sóller

Dorf auf dem Weg nach Sóller

Die urige Atmosphäre im Restaurant war echt schön und das Essen extrem lecker! Spontan entschieden wir, in dieser Marina ein paare Täge länger zu bleiben und die nahe Umgebung zu erkunden.

Ganz in der Nähe vom Hafen Port de Sóller liegt die Stadt Sóller. Umgeben von Bergen ist dieses kleine Städtchen ganz hübsch.

Besonders schön fand ich die Straßenbahn, die durch die kleine Altstadt fuhr. Nach der Siesta ist es auch in dieser Stadt sehr voll.

Altstadt von Valldemossa

Altstadt von Valldemossa

Wenn ihr auf Mallorca Urlaub macht, besucht unbedingt Valldemossa. Die Altstadt ist einfach wunderschön – nur leider auch sehr von Touristen überlaufen. Die vielen kleinen Gassen mit den restaurierten Häusern sehen toll aus. Nimmt unbedingt eine gute Kamera mit: Es warten tolle Fotomotive auf euch!

Eine Zeit, die man nicht so schnell vergisst

Einige Tage später standen wir (leider) wieder vor dem Büro von Scansail in Port de Pollenca und regelten die Übergabe.

Port de Valldemossa auf Mallorca

Port de Valldemossa auf Mallorca

20 Tage Segeltörn gingen am Ende schneller vorüber, als ich es dachte. Es war eine unfassbar schöne Zeit mit traumhaften Stränden, leckerem Essen und wunderschönem Wetter.

Mit etwas Wehmut fuhren wir mit dem Mietwagen zurück nach Palma und nur vier Stunden später bestiegen wir das Flugzeug Richtung Berlin.

Ich muss gestehen: Ich habe mich bis dato nie für Segelboote interessiert und werde wohl auch nie einen Segelschein machen. Aber ein Segelurlaub als Gast auf einem Schiff oder einer kleinen Yacht ist ein Erlebnis, was man nie vergisst.

Man fühlt sich unglaublich frei und lebt ein Leben abseits von Hektik und Stress. An manchen Tagen ging mir das Schaukeln etwas auf die Nerven aber im Großen und Ganzen war es der beste Urlaub meines Lebens.

Fazit

Wir waren insgesamt 20 Tage auf und vor Mallorca und diese Zeit solltet ihr euch auch nehmen. 14 Tage braucht ihr in etwa, um die Insel einmal zu umrunden. Wenn ihr aber noch ein paar Orte auf der Insel erkunden wollt, reichen die 14 Tage leider nicht aus.

Und Mallorca sollte man auch auf dem Land erkunden. Abseits der Touristenmeilen und Hotelhochburgen hat die Insel sehr schöne Seiten, die man sich unbedingt anschauen sollte.

Wenn ihr mit einem Segelboot die Küste von Mallorca erkundet, entdeckt ihr jeden Tag neue Badebuchten und neue verschlafene Küstendörfer.

Zugegeben, so ein Segeltörn ist nicht ganz billig und ich hätte mir das als Student niemals alleine leisten können. Aber wenn man älter ist und einen gut bezahlten Job hat, lohnt sich so ein Urlaub definitiv! Kostenpunkt für 3 Wochen: ca. 3.500€!

Zum Autor:

Johannes ist gelernter Mediengestalter und macht derzeit seinen Master in Medienkultur an der Uni Siegen. Bis vor kurzem hat er das Online-Magazin MOLOGUE betrieben und arbeitet nun für die Theaterakademie Köln.

Dieser Artikel enthält unbezahlte Werbung!

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